Ausbau im Schemelsberg: So sieht es im Tunnel und Rettungsstollen aus

Seit 2022 wird der Schemelsbergtunnel saniert. Ein Rettungsstollen entsteht, auch am Straßentunnel wird gearbeitet. Für fast ein Jahr gibt es nun eine Vollsperrung. 

Im Schemelsbergtunnel steht ein Arbeiter auf einem Baufahrzeug.

Foto: Mario Berger

Foto: Mario Berger

Zwei Jahre lang wird der Schemelsbergtunnel, in dem die B39 zwischen Heilbronn und dem Weinsberger Tal verläuft, zur Großbaustelle. Doch was passiert eigentlich rund um den Tunnel? Und wie betrifft dies den Verkehr?

Die Vorarbeiten rund um den Tunnel

Im Jahr 2022 begannen die Bauarbeiten rund um den Schemelsbergtunnel. Um den Verkehr während der Arbeiten im Tunnel entsprechend umleiten zu können, wurden im ersten Schritt die Umgehungsstraßen in Erlenbach, Binswangen und Weinsberg ausgebaut.

Der Autohaus-Knoten in Erlenbach

Dieser Bauabschnittt bildete in den Pfingstferien 2022 den Auftakt. Die Rechtsabbiegespur der L1101 in die K2126 wurde aus Richtung Weinsberg verlängert. Dafür musste der Wirtschaftsweg nach außen gedrückt und verschmälert werden. Aus Richtung Neckarsulm wurde die Fahrbahn beidseitig verbreitert, um mehr Aufstellfläche auf der Linksabbiegespur in die K2126 zu erhalten. Der Kreuzungsbereich erhielt eine neue Deckschicht. Kostenpunkt: 525.000 Euro.

Am Weissenhof-Knoten

Hier starteten die Bauarbeiten am 11. Juli – unter halbseitiger Sperrung. Die erste Etappe beinhaltete eine separate Rechtsabbiegespur auf der L1036 aus Richtung Eberstadt in die K2126 mit einer Länge von 145 Metern. Die notwendige Breite von 3,0 bis 3,25 Meter war im Straßenbereich machbar, Fläche musste nicht zugekauft werden. Im Zuge dieser Maßnahme wurden die Bushaltestellen auf der L1036 barrierefrei ausgebaut und der Radweg Richtung Eberstadt auf 800 Metern Länge saniert.

Der zweite Teilabschnitt

Ab Ende Juli war eine Vollsperrung nötig, um auf der K2126 den Rechtsabbiegern in die L1036 Richtung Weinsberg etwa vier mal so viel Aufstellfläche zu bieten wie zuvor. Die Spur ist nun 180 Meter lang und beginnt in Höhe der Querungshilfe zum Klinikum. Der Radweg musste weichen. Deshalb beteiligte sich der Bund 2021 an den Kosten für die Sanierung eines Weges, der dem Klinikum gehört und der nun als neue Radverbindung dient.

Der Knoten Binswangen

Er bildet den dritten und letzten Bauabschnitt, in den 175.000 Euro investiert werden. Ende Oktober/Anfang November wird die Aufstellfläche an der Ampel der L1101 in die K2125 Richtung WG Heilbronn für Linksabbieger verlängert.

Der Autohaus-Knoten in Erlenbach wurde vor dem Tunnel saniert.

Auf der L1101 hat die Rechtsabbiegespur Richtung Weissenhof mehr Länge erhalten und aus Neckarsulm kommend die Linksabbiegespur. Foto: Christiana Kunz

Auf der L1101 hat die Rechtsabbiegespur Richtung Weissenhof mehr Länge erhalten und aus Neckarsulm kommend die Linksabbiegespur. Foto: Christiana Kunz

Am Weissenhof-Knoten gibt es eine separate Spur für Rechtsabbieger.

Auf der L1036 wurde eine Rechtsabbiegespur gebaut. So kann man aus Richtung Eberstadt auf einem separaten Fahrstreifen Richtung Weissenhof gelangen. Foto: Christiana Kunz

Auf der L1036 wurde eine Rechtsabbiegespur gebaut. So kann man aus Richtung Eberstadt auf einem separaten Fahrstreifen Richtung Weissenhof gelangen. Foto: Christiana Kunz

Arbeiter kehren an der Kreisstraße am Weissenhof-Knoten Dreck von der Straße.

Der Weissenhof-Knoten hat aus Richtung Erlenbach auf der Kreisstraße 2126 jetzt eine 180 Meter lange Rechtsabbiegespur, die in die Landesstraße Richtung Weinsberg mündet. Der Radweg wurde zurückgebaut. Foto: Christiana Kunz

Der Weissenhof-Knoten hat aus Richtung Erlenbach auf der Kreisstraße 2126 jetzt eine 180 Meter lange Rechtsabbiegespur, die in die Landesstraße Richtung Weinsberg mündet. Der Radweg wurde zurückgebaut. Foto: Christiana Kunz

Offizieller Start für den Bau des Rettungsstollens

Mit einer Segnung und einer Tunnelpatenschaft ist am Freitag, 1. März, der Start für den Bau des Rettungsstollens neben dem Schemelsbergtunnel feierlich zelebriert worden. Voraussichtlich das ganze Jahr 2025 bleibt sie voll gesperrt.

Gegen 16.30 Uhr erreicht die feierliche Zeremonie am Westportal des 676 Meter langen Schemelsbergtunnels, also auf der Heilbronner Seite, ihren ersten Höhepunkt: Die Erlenbacher Pfarrer Jürgen Stauffert (evangelisch) und Walter Ruoß (katholisch) geben ein selbst kreiertes Tunnellied zum besten.

Neben ihnen ist eine Holzfigur der heiligen Barbara platziert, die Schutzpatronin aller Menschen, die mit Berg- und Tunnelbau zu tun haben. Die Geistlichen erbitten den Segen Gottes: „Segne alle Mineure. Beschütze sie bei ihren Arbeiten. Segne alle, die am Bau des Rettungsstollens beteiligt sind. Lass dieses Werk gut gelingen.“ Dann gießen sie Weihwasser in zwei Bauhelme und besprenkeln damit die Böschungssicherung aus Spritzbeton.

Feierlichkeiten am Schemelsberg: Tunnelanschlag von Regierungspräsidentin Susanne Bay am "Susanne-Tunnel"

Höhepunkt Nummer zwei folgt sofort. Wie es sich für so ein Bauwerk gehört, hat der Stollen eine Patin: Es ist Susanne Bay, Präsidentin des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart. Das RP betreut die Großbaustelle im Auftrag des Bundes. „Susanne-Tunnel“ steht in großen Lettern über der Böschungssicherung aus Spritzbeton. „Ich bin berührt“, sagt die Heilbronnerin, und das ist sie wirklich. Susanne Bay steigt in den roten Kettenbagger. Vorsichtig drückt sie einen Joystick nach vorne. Es wird laut, die Regierungspräsidentin fasst sich ans Herz. Der Meißel fängt an zu rotieren und frisst sich ein paar Zentimeter in die Wand aus Spritzbeton, die jüngst hergestellt wurde – der Tunnelanschlag ist vollbracht.

Im November wurde die Großbaustelle eingerichtet, vorbereitende Arbeiten wie der Voreinschnitt sind erledigt. Wo der 431 Meter langen Fußgänger-Fluchtstollen in den Hang hineinführen wird, ist inzwischen gut zu erkennen. 25 Meter liegen zwischen Straßentunnel- und künftiger Stollenmitte. Am Montag starten die eigentlichen Arbeiten.

Bauarbeiten am Schemelsberg bei Weinsberg: Tunnel erfüllt nicht mehr die Richtlinien

Der Schemelsbergtunnel erfüllt nicht mehr die geltenden Richtlinien. Das Wort „Sicherheit“ ist denn auch das meistgehörte Wort beim Tunnelanschlag, den Marie Mall und Manuel Heuser von der Musikschule Unterer Neckar umrahmen. Was keinen Aufschub duldete, wurde in den vergangenen Jahren für 5,3 Millionen Euro gerichtet. So wurde eine Brandmeldeanlage installiert. Schon lange in der Planung ist der Fluchtstollen. „Alle einröhrigen Tunnel in Deutschland, die länger als 400 Meter sind, müssen mit einem Rettungsstollen ausgestattet sein“, erläutert Dieter Maierhöfer, Leiter des Heilbronner RP-Baureferats Nord, gegenüber der Stimme, warum der Neubau notwendig ist. Er wird mit zwei Querschlägen an den Straßentunnel angedockt.

Während der Bauzeit wird auch stark in den Tunnel eingegriffen: Die Fahrbahn wird erneuert, die Innenschale instandgesetzt. Die Röhre bekommt ein neues Notrufsystem sowie eine Video-, Lautsprecher- und Tunnelfunkanlage. Ein Löschwasser- und Havariebecken entsteht. Der Stollen und die Tunnel-Arbeiten sind mit 36,4 Millionen Euro veranschlagt. Zusammen mit dem, was bereits gemacht wurde, werden 41,7 Millionen Euro investiert. Finanzier ist der Bund.

Zwei Pfarrer segnen den Bau des Rettungsstollens.

Mit einer Segnung und einer Tunnelpatenschaft ist der Start für den Bau des Rettungsstollens neben dem Schemelsbergtunnel feierlich zelebriert worden. Foto: Christiana Kunz

Mit einer Segnung und einer Tunnelpatenschaft ist der Start für den Bau des Rettungsstollens neben dem Schemelsbergtunnel feierlich zelebriert worden. Foto: Christiana Kunz

Regierungspräsidentin Susanne Bay (rechts) bei der Feier vor Baubeginn des Rettungsstollens.

Die Regierungspräsidentin Susanne Bay beim Baubeginn des Rettungsstollens. Foto: Christiana Kunz

Die Regierungspräsidentin Susanne Bay beim Baubeginn des Rettungsstollens. Foto: Christiana Kunz

Regierungspräsidentin Susanne Bay setzt als Patin des Tunnels den Meißel an.

Regierungspräsidentin Susanne Bay setzt den Meißel an. Foto: Christiana Kunz

Regierungspräsidentin Susanne Bay setzt den Meißel an. Foto: Christiana Kunz

Ein Schlauch im Fluchtstollen bringt den Beton an die richtige Stelle.

Mit einem Schlauch wird der Beton im Fluchtstollen an Ort und Stelle gebracht. Foto: Mario Berger

Mit einem Schlauch wird der Beton im Fluchtstollen an Ort und Stelle gebracht. Foto: Mario Berger

Bauarbeiten am Schemelsberg: Tunnel zwischen Heilbronn und Weinsberg ist gesperrt

Der Tunnel durch den Schemelsberg verbindet die Städte Heilbronn und Weinsberg. Täglich passieren rund 20.000 Fahrzeuge den Schemelsbergtunnel auf der B39 auf der Gemarkung von Erlenbach. Damit das auch weiterhin klappt, muss der Tunnel an die Richtlinien angepasst und ein neuer Rettungsstollen gebaut werden. Die Bauarbeiten sind in mehrere Phasen eingeteilt – aktuell befinden sich die Arbeiten in Phase vier.

Seit mehr als einem Jahr wird am Schemelsberg nun schon gebaut. Bereits im November 2023 wurde die Großbaustelle eingerichtet und die Vorarbeiten konnten beginnen. Im März 2024 folgte dann der offizielle Start des Baus mit Feierlichkeiten und einem Gottesdienst inklusive eines von den Pfarrern kreierten Tunnellieds.

Vollsperrung am Schemelsbergtunnel – fast ein Jahr kein Durchkommen 

Damit die Bauarbeiten weitergehen können, ist nun eine Vollsperrung des Schemelsbergtunnels zwischen Weinsberg und Heilbronn nötig. Seit Donnerstag, 2. Januar 2025, können Autofahrer den Tunnel nicht mehr passieren. Vermutlich wird die Sperrung erst im Dezember 2025 aufgehoben.

Für alle, die täglich durch den Tunnel müssen, sind Umleitungen eingerichtet worden. Anwohner in Erlenbach und die Stadt Weinsberg befürchten bereits im Vorfeld Probleme auf der Umleitungsstrecke.

Während der Vollsperrung des Tunnels wurde eine Umleitung eingerichtet. Grafik: HST/not

Während der Vollsperrung des Tunnels wurde eine Umleitung eingerichtet. Grafik: HST/not

Und tatsächlich: Bereits wenige Tage nach der Sperrung, am Mittwoch, 9. Januar, hat es einen Unfall gegeben – eine Person wurde schwer verletzt. Um die Situation zu entschärfen, justiert das Landratsamt Heilbronn an der Verkehrsführung nach, mit Tempo 30 und Stopp-Schildern.

Autos folgen der Umleitung wegen der Vollsperrung des Tunnels.

An der Verkehrsführung der Umleitung hat das Landratsamt Heilbronn gearbeitet. Nach einem Stoppschild gilt Anfang Januar 2025 auch Tempo 30. Foto: Ralf Seidel

An der Verkehrsführung der Umleitung hat das Landratsamt Heilbronn gearbeitet. Nach einem Stoppschild gilt Anfang Januar 2025 auch Tempo 30. Foto: Ralf Seidel

Schemelsbergtunnel voll gesperrt: Bilder zeigen Bau des Fluchtstollens

Der 34 Jahre alte Tunnel, der durch den Schemelsberg führt, muss betriebs- und sicherheitstechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Deshalb wird nicht nur der Fluchtstollen gebaut, sondern auch der Straßentunnel erneuert, wofür die Sperrung 2025 nötig wird.

Mit dem Fluchtstollen, der parallel zum Straßentunnel verläuft, sind die Bauarbeiter inzwischen weit vorangekommen. Bei den Bauarbeiten seien die "beengten Verhältnisse" eine Herausforderung gewesen, sagt Projektleiter Alexander Metz vom RP-Baureferat Nord in Heilbronn. Hier gibt's exklusive Einblicke von der Großbaustelle.

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Im Schemmelsberg klafft ein großes Loch, in dem der Fluchtstollen entsteht.

Rund 200 Meter haben die Arbeiter den Fluchtstollen bereits in den Schemelsberg hineingebaggert. Foto: Ralf Seidel

Rund 200 Meter haben die Arbeiter den Fluchtstollen bereits in den Schemelsberg hineingebaggert. Foto: Ralf Seidel

Im entstehenden Fluchtstollens ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Der Fluchtstollen ist der Rettungsweg für Fußgänger aus der Hauptröhre. Foto: Ralf Seidel

Der Fluchtstollen ist der Rettungsweg für Fußgänger aus der Hauptröhre. Foto: Ralf Seidel

Ein Arbeiter geht durch den entstehenden Rettungsstollen.

Ein Arbeiter im Rettungsstollen. Foto: Ralf Seidel

Ein Arbeiter im Rettungsstollen. Foto: Ralf Seidel

Durch den Fluchtstollen gehen Arbeiter. An der Wand leuchtet ein Warnlicht.

So sieht der Stollen derzeit von Innen aus. Foto: Ralf Seidel

So sieht der Stollen derzeit von Innen aus. Foto: Ralf Seidel

Ein Arbeiter reinigt ein Arbeitsgerät.

Ein Arbeiter mit Reinigungsarbeiten. Foto: Ralf Seidel

Ein Arbeiter mit Reinigungsarbeiten. Foto: Ralf Seidel

Auch im Schemmelsbergtunnel finden Bauarbeiten statt.

Im Schemelsbergtunnel finden Bauarbeiten statt. Das sorgt für Sperrungen. Foto: Ralf Seidel

Im Schemelsbergtunnel finden Bauarbeiten statt. Das sorgt für Sperrungen. Foto: Ralf Seidel

Am Tunneleingang steht eine Heiligenfigur auf einem kleinen Vorsprung.

Eine Heiligenfigur am Tunneleingang. Foto: Ralf Seidel

Eine Heiligenfigur am Tunneleingang. Foto: Ralf Seidel

Blick auf die Tunneleinfahrt am Schemmelsberg

Blick auf die Tunneleinfahrt am Schemelsberg. Foto: Ralf Seidel

Blick auf die Tunneleinfahrt am Schemelsberg. Foto: Ralf Seidel

Blick auf die Baumaschinen auf der Baustelle am Schemmelsbergtunnel.

Baumaschinen auf der Baustelle. Foto: Ralf Seidel

Baumaschinen auf der Baustelle. Foto: Ralf Seidel

Baustellenfahrzeug kontrolliert den Straßentunnel im Schemmelsberg vor der Vollsperrung.

Am 2. Januar 2025 starten die Bauarbeiten am Straßentunnel. Foto: Mario Berger

Am 2. Januar 2025 starten die Bauarbeiten am Straßentunnel. Foto: Mario Berger

Ein Arbeiter stellt Schilder für die Umleitung auf.

Für Autofahrer bedeuten die Arbeiten am Schemelsbergtunnel: fast ein Jahr Umleitung. Foto: Mario Berger

Für Autofahrer bedeuten die Arbeiten am Schemelsbergtunnel: fast ein Jahr Umleitung. Foto: Mario Berger